Freiburger Domchor inspiziert Oberschwäbischen Barockstraße

Getreu dem Motto: Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah ging die diesjährige Chorfahrt des Freiburger Domchores in die nahe gelegene Nachbarschaft, um die kulturträchtige Landschaft Oberschwabens zu erkunden. Mit dem Satz: „Fünf Klöster und die schönste Dorfkirche der Welt“ könnte man die Fahrt auf den kürzesten Nenner bringen, würde aber der Vielfallt des Gesehenen und Erlebten keinesfalls gerecht werden. Die Benediktinerabtei des Kloster Beuron im oberen Donautal war das Ziel am Tag der Deutschen Einheit, wo der Chor zusammen mit den Mönchen der Abtei das Konventamt musikalisch mitgestaltete und man in Ruhe und Beschaulichkeit die landschaftliche Schönheit des oberen  Donautals genießen konnte.

Danach ging die Fahrt der jungen Donau entlang nach Obermarchtal, wo man in einer fundierten Führung erfuhr, dass die frühbarocke Klosterkirche im Stil der „Vorarlberger Schule“ für viele Sakralbauten als Vorbild diente. Beeindruckend war die gesamte Klosteranlage mit seiner barocken Kirche, was im gleichen Maße auch für das Kloster Zwiefalten gilt. Dort gestaltete der Chor unter der Leitung seines Dirigenten, Prof. Boris Böhmann, einen Abendgottesdienst musikalisch mit dem lateinisch gesungenen Introitus, sowie vierstimmigen Chorsätzen von H.L. Hassler, Giovanni Croce und Felix Mendelssohn-Bartholdy, bevor der erlebnisreiche Tag mit der Fahrt zum Kloster der Franziskanerinnen von Siessen endete, wo sich die Sängerinnen und Sänger für zwei Tage einquartierten.

Dorfkirche Steinhausen Hartmut Kirchem kl

Dorfkirche Steinhausen; Foto: Hartmut Kirchem

Die „schönste Dorfkirche der Welt“ im Wallfahrtsort Steinhausen war das erste Ziel des folgenden Tages. Dieses barocke Kleinod inmitten einer ursprünglich kaum bewohnten ländlichen Gegend beeindruckte mit seiner wohl einmaligen stilistischen Ausgewogenheit und Schönheit, das vom jungen Baumeister Dominikus Zimmermann und seinem Bruder Johann Baptist Zimmermann erbaut wurde. Nach einer interessanten Führung und Besichtigung einer seit Generationen bestehenden Mühle mit Erklärung vieler unbekannten Details zur Herstellung von Mehl und deren vielfältigen Sorten, wurde das früher sehr bedeutende Kloster Bad Schussenried anvisiert, das wie auch die Klöster Obermarchtal und Zwiefalten nach der Säkularisierung geschlossen bzw. anderen profanen Zwecken zugeführt wurde. Bei der Führung dieser umfangreichen schlossartigen Anlage mit seiner sehr beachtlichen Bibliothek, die heute häufig als repräsentativer Konzertsaal dient, erfuhr man auch, dass der Komponist Conradin Kreutzer, als gebürtiger Oberschwabe nach seiner schulischen Bildung im Kloster Zwiefalten nach Bad Schussenried in die damalige Klosterschule wechselte, wo auch seine ersten Kompositionen aufgeführt wurden.

Bibliothek Bad Schussenried Hartmut Kirchem kl

Bibliothek Bad Schussenried; Foto: Hartmut Kirchem 

Mit der musikalischen Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes in der barocken Klosterkirche des Klosters Siessen verabschiedeten sich die Teilnehmer dieser kulturüberreichen Chorfahrt von den Schwestern des Kloster Siessen nach einem dort eingenommenen schmackhaften Mittagsmahl. Als letztes – nicht vorgesehenes – Ziel und ergänzend zur genossenen barocken Pracht wurde noch ein kurzer Halt beim Kloster Heilig-Kreuz-Tal ins Programm genommen, wo man die Strenge und Abgeschiedenheit des Zisterzienserordens mit seiner im gotischen Stil erbauten Klosterkirche in sich aufnehmen konnte.

Josef Walz



       

 

 

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Die Mädchenkantorei am Freiburger Münster gestaltet ihr diesjähriges Münsterkonzert am 20. Oktober 2019 um 17 Uhr unter dem Motto „...von der Gegenwart Gottes“. Hauptwerk sind die bedeutenden „Trois Petites Liturgies de la Présence Divine“ des französischen Komponisten Olivier Messiaen. Im Zentrum dieses farbenreichen, teils mystischen, teils heiteren und sehr rhythmischen Werkes steht die Gegenwart Gottes und seiner Liebe. Messiaen hat die Texte, deren theologischer Inhalt ihm von großer Bedeutung war, selbst verfasst. Die Orchestrierung mit Klavier, Celesta, Onde Martenot, Schlagwerk und Streichern unterstützt die Farbigkeit seiner Harmonien; Passagen großer Innigkeit und Ruhe werden geradezu ekstatischen Freudenausbrüchen gegenübergestellt. Seine Tonsprache bindet sowohl Gregorianik, hinduistische Rhythmen, jazzhafte Elemente als auch die Darstellung von Vogelstimmen ein, für die Messiaen, der auch Ornithologe war, später neben seinen Modi besonders bekannt wurde. Das Werk, das noch in der Tonalität verwurzelt ist, entstand während des 2. Weltkrieges und wurde 1945 in Paris uraufgeführt. Aufgrund der anspruchsvollen Frauenchor- und Orchesterpartie sowie der ungewöhnlichen Orchesterbesetzung ist es eher selten zu hören, dennoch zählt es zu Messiaens erfolgreichsten Werken.
Ergänzt wird das Programm durch A-Cappella-Motetten der Mädchenkantorei, die die Thematik der Liebe und die der Gottesgegenwart in unterschiedlichen Facetten aufgreifen; so in „Even when He is silent“ von Kim André Arnesen, „O salutaris hostia“ von Ēriks Ešenvalds, „Ubi caritas et amor“ von Ola Gjeilo oder in dem Zyklus „Lobpreis der Liebe“ von Knut Nystedt mit dem Text des Hohen Liedes der Liebe (1 Kor 13). In der Kirchensonate KV 224 verbindet das Orchester beide Konzertteile miteinander.

Ausführende sind: Mädchenkantorei am Freiburger Münster; Alfonso Gómez, Klavier; Fabienne Martin, Onde Martenot; Freiburger Münsterorchester mit Konzertmeisterin Lisa Immer, Schlagzeugensemble mit Studierenden der Klasse Prof. Håkon Stene; Leitung: Domkantorin Martina van Lengerich.

Einführung zum Konzert am Sonntag, 13. Oktober 2019 um 17 Uhr mit Prof. Dr. Meinrad Walter in der Domsingschule, Münsterplatz 10, Freiburg.

Ermäßigte Karten im Vorverkauf zu 13,- bis 38,- €; an der Abendkasse zu 15,- bis 40,- € (übliche Ermäßigung für aktive Mitglieder der Freiburger Dommusik, „Freunde der Freiburger Dommusik e.V.“, Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung, Rentner); Vorverkauf bei BZ Ticket, Kaiser-Joseph-Straße 229, Tel. 0761-4968888 oder unter www.reservix.de; Abendkasse ab 16:00 Uhr in der Domsingschule, Münsterplatz 10. 

Domsingknaben Gottesdienst Neuaufnahme kl

Am Sonntag, 29. September 2019 wurden im Kapitelsamt um 10:00 Uhr im Freiburger Münster 13 neue Sänger feierlich in den Konzertchor der Freiburger Domsingknaben aufgenommen.
Dies sind im Einzelnen: Will Adoun, Jago Birkenmeier, Immanuel Charra, Julius Gillmeier, Michel Mäder, Angelo Porgo, Samuel Ruttloff, Nathanael Schubert, David Schwarzmüller, Tim Steinberger, Tom Waldhoff, Gabriel Weingart, Marlon Willaredt.
Das Kapitelsamt wurde musikalisch vom Konzertchor der Domsingknaben gestaltet. Unter der Leitung von Domkapellmeister Prof. Boris Böhmann erklang die „Missa de Angelis“, „Ave Maria Virgo serena“ von Josquin Desprez, „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, „I was glad when they said unto me“ von Charles Hubert Parry sowie der gregorianische Introitus. (Fotos: Ralph Fautz)

Domsingknaben Freiburg Neuaufnahme 2019 kl

Neuaufnahme 2019

Die Mädchenkantorei hat im Kapitelsamt zum Lambertusfest am Sonntag, 15. September 2019, 12 neue Sängerinnen feierlich in den Konzertchor aufgenommen: v. l. Stefanie Wiegand, Edith Eicker, Yamina Wüster, Annelie Rieber, Sarah Bitzenhofer, Joli Woinke, Johanna Ruttloff, Mathilda Schubert, Leonie Divora, Luzia Pusler, Simal Keim, (Martina van Lengerich) und Bernadetta Ambaryan. Foto: Thomas Schellinger-Pusler

Domsingknaben Gottesdienst kl

Das Kapitelsamt im Freiburger Münster am Sonntag, 14. Juli um 10:00 Uhr wurde in besonderer Weise musikalisch gestaltet mit der „Messe de Nostre Dame“ von Guillaume de Machaut (ca. 1300 – 1377). Die Messe gilt als erstes zyklisch komponiertes Messordinarium der abendländischen Musikgeschichte aus der Hand eines Komponisten. Es sangen die Freiburger Domsingknaben, es spielte das Ensemble „Les haulz et les bas“, die Leitung hatte Domkapellmeister Boris Böhmann. (Foto: Ralph Fautz)

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So 20.10 10:00-
Kapitelsamt
So 20.10 17:00-
Münsterkonzert der Mädchenkantorei
So 27.10 10:00-
Kapitelsamt
Fr 01.11 10:00-
Pontifikalamt Allerheiligen
So 03.11 10:00-
Kapitelsamt
So 10.11 10:00-
Kapitelsamt
Mi 13.11 18:30-
Pontifikalrequiem
So 17.11 10:00-
Kapitelsamt